Die Macht der Geschichte und die Zukunft Europas

Erasmus+-Kooperation zwischen Organisationen

in Finnland, Frankreich, Polen, Spanien und Deutschland

 

Das Projekt

Erinnerungen verbinden: Wir konzentrieren uns auf Themen und Tabus der Würdigung von Geschichte und Methoden einer demokratiesensiblen historisch-politischen Bildung. Was wissen wir über die Franco-Diktatur? Welche Kenntnisse haben wir über „1989“ und den Vereinigungsprozess? Was sind die Wurzeln des Rechtsextremismus in Polen? Informieren Sie sich über die Idee des Projekts.

 

Was wir machen

Die Projektpartner lernen voneinander, indem sie a) Methoden erproben wie zum Beispiel die Erarbeitung von Audio-Dokumentationen, Biografiearbeit mit (Museums-)Objekten, Formen des Community-Theaters und Soziodrama und b) sich über verschiedene Blickwinkel auf historische Ereignisse austauschen. Aus der Zusammenarbeit entstehen Bildungsmaterialien zur Erinnerungskultur.

 

Was wir hervorbringen

Unsere Aktivitäten dokumentieren wir durch Fotos und Videos. Gemeinsam haben wir „Audio-Postkarten“ und Straßeninterviews kreiert. Ebenso wurden kleine Recherchen dazu durchgeführt, wie historische Ereignisse von Bürger/innen in verschiedenen Ländern wahrgenommen werden. Wir haben lokale Veranstaltungen durchgeführt, um das Projekts auch im unmittelbaren Umfeld jeder Partnerorganisation zu „verankern“.

 

 

Aktuelles

Connecting Memories / Erinnerungen verknüpfen in Marseille

Die Association Hors Pistes in Marseille richtete im Mai 2018 den ersten 5-tägigen Workshop des Projekts aus. Pädagog/innen eines Museums in Espoo/Finnland, einer privaten Universität in Lódz/Polen und von NGOs in Málaga/Spanien und Berlin lernten verschiedene Methoden der historisch-politischen Bildung voneinander.

Workshop in Lódz / Polen

Die AHE-Universität in Lódz richtete den zweiten 5-tägigen Workshop im November 2018 aus. Erwachsenenbildner/innen aus jeder Partnerorganisation tauschten kreative Methoden aus, um das Interesse der Lernenden an der Geschichte der eigenen und anderer europäischer Gesellschaften zu wecken. Wir erhielten eine Einführung in den HERstory-Ansatz und lernten über die multikulturelle Vergangenheit von Lódz. Und wir haben „body mapping“, „denkende Hüte“ und weitere Methoden gemeinsam erprobt. Eine ermutigende, inspirierende und bereichernde Lernerfahrung…

Ohne Frauen ist keine Revolution zu machen

HERstory und Dynamiken des demokratischen Umbruchs 1989

Im Rahmen unseres Projektes wurden auch Bildungsmaterialien zu Frauen und den demokratischen Umbrüchen 1989 entwickelt. Oft waren sie es, die Impulse gaben, inspirierten und den Mut zum Anfang hatten. Daneben gab es Zusammenschlüsse wie die „Lila Offensive“ und den Unabhängigen Frauenverband, die politisch-feministische Anliegen vertraten. In Teil I, der Abhandlung zum Thema, wird dies an Beispielen ausgeführt. Die Würdigung einzelner Frauen sowie von Frauengruppen ist eingebettet in eine Darstellung der Ereignisse, die sich VOR der Öffnung der Mauer am 9. November 1989 zutrugen. Die Schilderung mündet in eine Kritik aktueller Erinnerungspolitik, insbesondere der Erzählung einer linearen Entwicklung von oppositionellen Aktivitäten während der DDR, dem „Aufbruch ’89“ und der Deutschen Vereinigung am 3. Oktober 1990. Stattdessen wird dafür plädiert, sich die Ideen der Bürgerbewegten – einschließlich der Frauen – aus der Zeit des demokratischen Umbruchs u.a. für „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ neu anzueignen und angesichts gegenwärtiger Krisen zu aktualisieren. Teil II und Teil III enthalten (Hinweise auf) Übungen für die Bildungsarbeit mit Erwachsenen zu sensiblen historischen Themen. Sie wurden während zwei 5-tägiger Workshops gemeinsam erprobt.

ADN-ZB Link-4.11.1989 Berlin: Demonstration 500.000 Bürger beteiligten sich an einer Demonstration für den Inhalt der Artikel 27 und 28, der Verfassung der DDR. Auf dem anschließenden Meeting auf dem Alexanderplatz, nahmen auch Bärbel Bohley (m.) und Christa Wolf (r.) teil.